Was macht KI mit einer Agentur? – Ein Transformationsbericht.
„Wenn wir das nicht hinbekommen, sind wir in zwei Jahren weg vom Fenster.“ Diesen Satz höre ich in letzter Zeit immer wieder, meist hinter vorgehaltener Hand. Ich finde: Wir können das ruhig laut sagen. Nicht, weil wir uns so sehr darüber freuen. Sondern weil es die Wahrheit ist. Und weil die Wahrheit der ehrlichste Ausgangspunkt für das ist, was gerade passiert. KI wird die Werbebranche disruptieren. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell und ob wir auf der richtigen Seite stehen.
Das Problem mit dem Blueprint
Das wäre also geklärt. Die Transformation findet statt. Ob mit oder ohne uns. Was die Sache so schwierig macht, ist nicht die Technologie. Es ist das Fehlen eines funktionierenden Blueprints. Es gibt keinen Guide, keine Agentur und keine Experten die uns sagen machen: macht es doch einfach so. Wer sich heute KI-Experte nennt, hat vielleicht ein paar Monate Erfahrung mehr als jemand, der heute zum ersten Mal von dem Thema hört. Wir sitzen also alle im gleichen, schlingernden Boot.
In der Wissenschaft gibt es dafür einen Begriff, der perfekt beschreibt, was jetzt gefordert ist: Organizational Ambidexterity. Das ist die Fähigkeit einer Organisation, gleichzeitig das bestehende Geschäft am Laufen zu halten und sich fundamental neu zu erfinden. Klingt gut in der Theorie. In der Praxis bedeutet es: Wir müssen testen, während wir liefern. Experimentieren, während wir Kundenprojekte umsetzen. Lernen, während der Betrieb weiterläuft.
Und jetzt?
Einfach irgendwie durchwurschteln? Nicht ganz. Wir von REIZPUNKT haben uns für einen Ansatz entschieden, der auf zwei Säulen steht:
- Die erste Säule ist Struktur. In regelmäßigen Abständen setzen sich die Kernteams zusammen. Beratung, Digital, Kreation und Verwaltung. Jeder Bereich bringt mit, was er ausprobiert hat, welche Tools im Einsatz sind, welche Erkenntnisse es gibt, welche Prozesse sich für Automatisierung eignen könnten. Dieses Wissen landet nicht irgendwo, wo es niemand liest, sondern es wird über Team-Events in der gesamten Organisation verteilt.
- Die zweite Säule ist Freiheit. Außerhalb dieser fixen Austauschformate kann jeder neue Tools testen, die er für sinnvoll hält. Ohne Genehmigungsprozess, ohne großes Auswahlverfahren. Was sich bewährt, bleibt. Was nicht funktioniert, fliegt raus. Das Ergebnis: Es gibt keinen Monat, in dem sich unser KI-Setup nicht verändert.
Und meine Rolle als interner KI-Verantwortlicher? Ich setze Impulse, moderiere und koordiniere den Austausch. Das war es auch schon. Den Rest, also die eigentliche Transformation, gestalten wir alle zusammen.
Warum ich darüber schreibe
Diese Reihe ist keine Erfolgsgeschichte. Sie ist eine Dokumentation in Echtzeit von einer Agentur, die sich mitten in einem Prozess befindet, dessen Ausgang noch offen ist. Ich schreibe darüber, weil ich glaube, dass viele dasselbe durchmachen. Andere Agenturen. Marketing-Entscheider in Unternehmen. Teams, die sich dieselbe Frage stellen und froh sind, wenn jemand ehrlich darüber spricht.
Was macht KI mit einer Agentur? Lassen Sie es uns gemeinsam herausfinden!