Persönliche Selbstvermarktung in Social Media und Business Networks in 9 Schritten optimieren

  • Kuratierte Inhalte auf interaktiven Digitalplattformen als Kern individueller Kommunikation einsetzen

  • In der Kürze liegt die Würze: Ein strategisches Konzept schafft Effizienz und Fokus bei der Umsetzung

  • Kontakte kontinuierlich ausbauen sowie managen mittels Mehrwertgenerierung und Erfolgsmessung

Wer in Social Media Networks wie Facebook, Instagram oder Twitter angemeldet bzw. aktiv ist, macht sich nicht immer im Vorfeld seine Gedanken, wie das eigene Profil und Mitwirken bei anderen Nutzern ankommt – häufig reichen neue Follower, Fans oder Likes als kurzfristige Anerkennung aus, sagen jedoch auf den ersten Blick wenig sowohl über die Qualität des eigenen Profils als auch die gewonnenen Mehrwerte aus. Die eigene Marke kann jedoch bewusst kreiert, entwickelt bzw. gepflegt werden – die interaktiven Netzwerke im Internet bieten hierfür vielfältige Möglichkeiten. Wir zeigen Ihnen im folgenden Blogbeitrag 9 Schritte, die bei der Optimierung der Selbstvermarktung in Social Media und Business Networks helfen.

Ein Augenzwinkern geht um die Welt – Selbstvermarktung mit Humor

Wie unterschiedlich man sich in den verschiedenen digitalen Angeboten selbst präsentieren kann, brachte Anfang des Jahres 2020 die US-Sängerin und Hollywood-Schauspielerin Dolly Parton in einem Meme selbstkritisch zum Ausdruck: Vier verschiedene Fotos von ihr selbst zeigten, mit welchen unterschiedlich geprägten Motiven (Business, Family, Leisure, Dating) sie sich in Netzwerken wie LinkedIn, Facebook, Instagram und Tinder darstellen würde. Daraufhin kopierten, adaptierten und veröffentlichten Millionen von Menschen, darunter auch Celebrities wie Ellen DeGeneres und Kerry Washington, ihre selbsterstellten Versionen des Memes mit eigenen Inszenierungen. So wurden unterhaltsam, teils kritisch, die Möglichkeiten der eigenen Selbstdarstellung bzw. -profilierung in den digitalen Medien deutlich gemacht und viral gestreut.

1. Markenidentität schaffen ohne Anonymität

Während in Netzwerken wie TikTok, Instagram oder Twitter meist unter Pseudonymen agiert und kontrovers diskutiert wird, ist in Business Networks wie LinkedIn oder XING die Anonymität nicht gegeben und der Ton viel seriöser: Man präsentiert sich selbst bzw. kommuniziert sowohl mit eigenem Klarnamen als auch mit Profilfoto. Mittels der eigenen Profilseite(n) sowie den getätigten Beiträgen und Kommentaren entsteht eine öffentliche Visitenkarte. Im Idealfall nutzen nicht nur Führungskräfte wie CEOs, CMOs oder Firmeninhaber solche Plattformen, um die eigene Marke zu schaffen – mittlerweile wird von Personal Brand bzw. Personal Branding gesprochen.

2. Strategische Überlegungen voranstellen

Um sich als Executive, Manager, Angestellter oder Selbstständiger ein persönliches Markenprofil zu kreieren und dieses auf digitalen Netzwerken zu veröffentlichen, wird im Vorfeld bzw. beim eigenen „Rebranding“ ein strategisches Konzept skizziert. Hierbei werden zunächst die persönlichen, beruflichen und unternehmerischen Werte erarbeitet:

– Was kann man selbst erbringen und bieten?

– Wie steht man zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und aktuellen Themen?

– Wie definiert man sich selbst und was macht einen aus – was sind die eigenen Alleinstellungsmerkmale bzw. USPs?

3. Adressaten aus den gesetzten Zielen ableiten

Die konsequente Zielsetzung bestimmt zum einen die Zielgruppen und zugleich die Messgrößen – hierzu sind bspw. folgende Überlegungen unverzichtbar:

– Soll lediglich die Reichweite der eigenen Profile quantitativ ausgebaut werden?

– Welche Personengruppen sollen angesprochen und gebunden werden?

– Sind qualitative Kontakte bspw. hinsichtlich der eigenen Karriere oder Fachaustausch gewünscht?

– Soll das eigene Unternehmen bzw. der Arbeitgeber von meiner Kommunikation profitieren?

Auf dezidierten Kanälen finden sich die passenden Stakeholder wieder: Journalisten benutzen gerne Twitter, Ratgeber sind bei YouTube zu Gange, Influencer tummeln sich auf Instagram oder TikTok. Bei Business Networks ist XING in der DACH-Region beliebt, LinkedIn  hat jedoch auch dort aufgeholt und ist dabei internationaler als auch häufig die aktivere bzw. breitere Community. Um gezielt Menschengruppen aufzuspüren, ist gewissenhafte und (tages-)aktuelle Recherche auf den Plattformen selbst und den dortigen Gruppen, Foren usw. nötig.

TikTok XING App auf Smartphone

4. Weniger ist mehr – bei der Selbstvermarktung zählt der Schwerpunkt

Essentiell ist die Auswahl bzw. der Fokus auf wenige oder (zunächst bestenfalls) einen einzelnen Kommunikationskanal, der mutmaßlich passend erscheint – langfristige Sicherheit und Planbarkeit gibt es aufgrund immer neuer Plattformen oder Nutzerwanderungen leider nicht. Und nicht jedes neue Network ist wegen seines Hypes wichtig oder richtig für die eigene Markenkommunikation. Passt bspw. Snapchat, Clubhouse, Telegram etc. dennoch in die eigene kommunikative Strategie, dann sind die oben genannten konzeptionellen Überlegungen und die Bereitstellung von adäquaten Inhalten unerlässlich.

5. Inhalte behutsam kuratieren und kommunizieren

Content Marketing is King. Eine sorgfältig entwickelte Content-Strategie bzw. ein Content Concept ist ein wichtiger Teil der Selbstvermarktung und kann erfolgsentscheidend und effizienzsteigernd sein. So werden zum einen Themencluster (z. B. Trends, Innovationen, Events, etc.) gebildet und priorisiert, die zum eigenen Branding passen bzw. nach welchen dann mögliche Einzelinhalte, Beiträge oder Diskussionen sortiert werden. Zum anderen ist es hilfreich zu definieren, welcher Content wie und auf welchen Plattformen/Netzwerken:

1. erstellt (Creation),

2. platziert (Aggregation) oder

3. verteilt (Distribution) werden.

Im Sinne des eigenen digitalen Engagements ist die genaue und bewusste Entscheidung bzw. Planung, welche (aktuellen) Themen bzw. (kontroversen) Beiträge kommentiert oder debattiert werden. Zusätzlich zu selbsterstellten, geteilten und kommentieren Contents auf den eigenen Seiten wäre die Erwähnung auf anderen Profilen und Plattformen, z. B. mittels Interviews, Gastbeiträgen oder einfachen Erwähnungen, ein obligatorischer Schritt, um weitere Reichweite bzw. Bekanntheit durch virale Multiplikation zu generieren.

Content Marketing Illustration REIZPUNKT

6. Kommunikationsstil prägt Atmosphäre

Zum eigenen Fußabdruck gehört auch der Stil der Sprache (Tone of Voice). Wie werden neue und bestehende Nutzer angesprochen? Was ist in dem jeweiligen Netzwerk, Forum oder der Unterhaltung üblich? Konsequentes Siezen bzw. Duzen mag zwar angebracht sein, ist aber fallweise bzw. mit Bedacht zu wählen – wie im richtigen Leben. Die individuelle Note entsteht durch die eigene Tonalität, die besonders in Diskussionen sachlich und empathisch, aber nicht impulsiv emotional wirkt. Im Vordergrund steht immer der fundierte und substanzielle Inhalt.

7. Von prominenten Beispielen lernen

Wie sehr eine Personenmarke und eine Brand wechselwirken und voneinander profitieren wollen, zeigte die Partei FDP wiederholt im Bundestagswahlkampf 2021 – wie im Jahr 2017 stand der Parteivorsitzende Christian Lindner im Fokus der Kommunikation und Werbung. Dabei sollte ihm persönlich zugutekommen, dass er mit seinem Team seine eigenen Profile in den verschiedenen Netzwerken so hegt und pflegt, dass diese zu den reichweitestärksten von deutschen Politikern gehören. Auf der einen Seite nutzt er seine Community im Rahmen zeitlich begrenzter Kampagnen während der Bundestagswahlen und auf der anderen Seit setzt die Partei auf seine Personenmarke. Dagegen nimmt Elon Musk, der Chef von Tesla, SpaceX und weiteren Techunternehmen das Zepter auf seinen eigenen digitalen Profilen sogar ganz allein in die Hand und verzichtet mittlerweile angeblich auf institutionalisierte Unternehmenskommunikation – dabei versetzt er durch einzelne Postings diverse Märkte, Investoren und Fans in Euphorie bzw. Angst und Schrecken.

8. Unternehmen können ebenso von einer erfolgreichen Selbstvermarktung profitieren

Besonders Marketers, Unternehmer und Firmengründer, die auf keine Kommunikationsabteilung zurückgreifen können bzw. wollen, können von der Marke des Unternehmens profitieren oder diese wiederum von den eigenen persönlichen Profilen und deren Reichweite partizipieren lassen. Der Coach und Buchautor („Unicorn Branding“) Wolfgang Eckelt erläuterte im Interview mit dem „manager magazin“, wie wichtig es zunehmend werde, dass Unternehmen auch in der Öffentlichkeit bekannt seien und ihre Geschichte authentisch erzählten. „Jeder Manager sollte zum Einhorn werden“, so Eckelts Devise (Quelle: manager magazin, 20.07.2021). Folglich sind Kondition und Authentizität beim Community Management stets oberstes Gebot – gezieltes Campaigning ist hingegen flankierend, kann aber punktuell dabei helfen, die eigene Abonenntenanzahl auszubauen (Development) oder bspw. Employer Branding oder Talent Sourcing voranzutreiben.

Wenn die Unternehmen einen Chef oder eine Chefin haben, die für bestimmte Werte und Inhalte stehen und diese auch sehr glaubhaft nach innen und außen kommunizieren, steigert es zum einen das Wir-Gefühl im Unternehmen und die Motivation. Es steigert aber auch die sogenannte Retention. Das heißt, Mitarbeiter bleiben gerne in dem Unternehmen und andere Talente wollen für es arbeiten. Im besten Fall steigt so der Marktwert des Unternehmens.

Wolfang Eckelt, Eckelt Consultants

9. Zielerreichung überprüfen und zur Optimierung nutzen

Das quantitative als auch qualitative Wachstum der eigenen digitalen Abonnentenschaft und der Erfolg der eigenen Markenarbeit ist stets zu analysieren bzw. zu evaluieren. Die Plattformanbieter geben meist rudimentäre Möglichkeiten, um quantitative Auswertungen vorzunehmen und die einzelnen Kommunikationsmaßnahmen zu bewerten – professionelle Analytic-Tools oder Agenturen liefern detailliertere Einblicke, sofern nötig und Budget verfügbar ist. Die Zielerreichung wird durch zuvor bestimmte Key Performance Indicators (KPIs) gemessen und ggf. entsprechend angepasst. Ineffektive Maßnahmen oder Inhalte bei der Selbstvermarktung sind in jedem Fall zu hinterfragen.

Fazit: Persönlichen Markenwert in Social Media und Business Networks durch Community Management und effektive Selbstvermarktung nachhaltig aufbauen und gewissenhaft steigern

Möchte man sich in den digitalen Medien und auf den dortigen Plattformen selbst als persönliche Marke etablieren oder diese optimieren, so bedarf es Strategie, Konzept, Fokus und Ausdauer. So können mittels Aufbau und Pflege einer Community zum einen Reichweite sowie zum anderen Mehrwerte auf allen Seiten nachhaltig entstehen: Kontinuierliche Loyalität, konsequente Präferenz und multiplikatorische Effekte bzgl. der eigenen Personal Brand sind der erwünschte Lohn für die digitale Fleißarbeit. Unsere 9 Schritte helfen euch, euer Vorhaben effizient umzusetzen und eure Selbstvermarktung zu optimieren.

Besonders Führungskräfte und C-Levels benötigen ein stetes Bewusstsein dafür, welche Auswirkungen die eigene Profilierung bzw. Kommunikation auf das Unternehmen haben können und umgekehrt. Hierbei kann eine Abstimmung mit der Unternehmenskommunikationsabteilung oder externen Experten hilfreich sein. Das Internet hat den Vorteil, dass sich die eigene Visitenkarte stets auf die gewünschten Ziele bzw. Zielgruppen justieren lässt – dies erfordert jedoch Gefühl, Geduld und Evaluation bei der Konzeption als auch Umsetzung. In diesem Sinne darf bei der Pflege der persönlichen Profilseiten hin und wieder berücksichtigt werden, was Jeff Bezos, der Gründer von Amazon und Blue Origin, gesagt haben soll: „Deine Marke ist, was andere Leute über Dich sagen, wenn Du nicht im Raum bist.“

Infografik-REIZPUNKT-9-Schritte-zur-erfolgreichen-Selbstvermarktung

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